Kampagnen

Da die Edition von Emile Chassinat aus dem Jahre 1939 fehlerhaft ist und nur von ausgewählten Szenen Fototafeln enthält, müssen die Dekorationen vor Ort überprüft werden. In Kooperation mit Prof. Dr. Martin Stadler (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und mit Prof. Dr. Dieter Kurth (Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Edfu-Projekt, Hamburg) fanden zu diesem Zweck bisher drei Dokumentations- und Kollationierungskampagnen in Edfu statt (März und April 2016, März 2017).

Eine weitere Kampagne soll im März 2018 in Kooperation mit M. Stadler durchgeführt werden.

Während dieser Kampagnen konnten die Inschriften des Naos, des Opfersaals, Vestibüls und des Portikus kollationiert werden. Die Fotodokumentation wurde vervollständigt, so dass nun für fast alle Szenen und Texte des Mammisis Arbeitsfotos (ca. 5500) vorliegen.

Mit Hilfe des vom Hamburger Edfu-Projekt zur Verfügung gestellten Hochstativs („Goliath“), das Aufnahmen bis in 15 m Höhe computergesteuert von Boden aus ermöglicht, wurden im April 2016 die höher gelegenen Dekorationseinheiten fotografiert. Außerdem konnte das Teleskop des Edfu-Projekts ausgeliehen werden, mit dem die höher gelegenen Inschriften und Darstellungen überprüft werden konnten.

Seit März 2017 steht dem Mainzer Mammisi-Projekt ein aus eigenen Mitteln finanziertes Hochstativ von 8 m Höhe zur Verfügung, mit dem Dr. Uwe Bartels zahlreiche weitere Aufnahmen angefertigt hat. Besonders ertragreich erwies sich die Dokumentation der Dekorationen an den Innenseiten der Architrave des Portikus mit den Darstellungen der sogenannten Götter von Chemmis.

Bisher unzureichend publizierte Bauteile (z.B. Treppenhaus) sind während der Kampagnen inspiziert, vermessen und fotografiert worden. Diese Daten bilden z.B. die Grundlage für die Anfertigung neuer Grundriss- und Architekturpläne.

U. Bartels und L. Ziemer (Hamburg) bei der Installation des Hochstativs („Goliath“) im Portikus.
Inspektor Sabri, L. Ziemer, D. Budde bei der Arbeit mit dem Hochstativ („Goliath“) im Sanktuar.