Altägyptische Körperkonzepte

Der eigene Körper beschäftigt den Menschen von seiner Geburt an, seien es seine einzelnen Teile, seine Funktionen oder mit ihm verbundene Krankheiten sowie auch seine Psyche und mentale Kraft. Die Interpretation von Körperteilen, Emotionen und Funktionen des Körpers unterliegt unterschiedlichen Kulturen, Gesellschaften, Geschichten und Erfahrungen. Körperkonzepte stehen daher in direktem Zusammenhang mit den in einer bestimmten Zeit lebenden Menschen, ihrer Umwelt und Gesellschaft sowie ihren kulturellen Überzeugungen. Dies ist auch anhand der altägyptischen Quellen festzustellen. Hier lassen sich archäologische und materielle Hinterlassenschaften sowie Bilder und Texte (z.B. die Mumie selbst, die Darstellung des Körpers und seiner Teile in Rund- und Flachbild, Texte mit Aussagen zum Körper, seinen Teilen oder Funktionen) für die Untersuchung von Körperkonzepten heranziehen. Die Untersuchung altägyptischer Körperkonzepte ist ein Forschungsschwerpunkt von Dr. Simone Gerhards und Dr. Nadine Gräßler, die beide assoziierte Mitglieder im DFG finanzierten Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ waren.

Die folgende Liste zeigt die bisherigen Forschungsarbeiten, die teilweise im Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ angefertigt wurden:

Gerhards, S., Konzepte von Müdigkeit und Schlaf im Alten Ägypten, Studien zur altägyptischen Kultur: Beihefte 23, Hamburg [erscheint vstl. Sommer 2021].

Gerhards, S., Funktion und Bedeutung der Metapher [Tod ist Schlaf] im alten Ägypten. Eine Kontextualisierung in Text, Bild und Objekt, in: A. Verbovsek et al. (Hgg.), Funktion/en: Materielle Kultur – Sprache – Religion. Beiträge des siebten Berliner Arbeitskreises Junge Aegyptologie (BAJA 7) 2.12.–4.12.2016, Göttinger Orientforschungen IV. Reihe: Ägypten 64, Wiesbaden 2018, 9–29.

Gerhards, S., zus. mit Elwert, Frederik, Tracing concepts – Semantic network analysis as a heuristic device for classification, in: T. Pommerening, W. Bisang (Hgg.), Classification from Antiquity to Modern Times, Berlin 2017, 311–337. https://doi.org/10.1515/9783110538779

Gerhards, S., Die altägyptischen Verben des Schlafes – Eine Untersuchung zur Semantik und Metaphorik [unpublizierte Magisterarbeit], Mainz 2012.

Gräßler, N., Augen aus Assiut - Zu einem Stilmerkmal der Darstellungsweise von Udjautaugen auf funerären Objekten aus Assiut [18 S., erscheint vstl. Ende 2021/2022].

Gräßler, N., „Verhülle nicht dein Gesicht vor mir“ - Konzepte von Gesicht und Wahrnehmung im alten Ägypten [19 S., erscheint in ZÄS 2021].

Gräßler, N., Konzepte des Auges im alten Ägypten, Studien zur altägyptischen Kultur: Beihefte 20, Hamburg 2017.

Gräßler, N., Names of Eye Parts in Different Text Genres: A Contribution to Technical Language in Ancient Egypt, in: Gloria Rosati / Maria Cristina Guidotti (Hgg), Proceedings of the XIth International Congress of Egyptologists, Florence Egyptian Museum. Florence, 23-30 August 2015, Archaeopress Egyptology 19, Oxford: Archaeopress 2017, 242-246.

Gräßler, N., Speichel und Spucken im alten Ägypten und alten Orient - eine vergleichende Studie [unpublizierte Magisterarbeit], Mainz 2010.

 

Im GRK 1876 "Frühe Konzepte von Mensch und Natur" entstehen zudem zurzeit weitere Arbeiten, die sich mit Körperkonzepten beschäftigen:

Judit GARZÓN RODRÍGUEZ, Archäologisch-philologisch-ethnohistorische Studie über grundlegende Aspekte des Phallus, seine Symbolik und Bedeutung im Alten Ägypten (Diss. Mainz/T. Pommerening)

Rebekka PABST, Der tote Körper. Untersuchungen zu Konzepten vom Leichnam im Alten Ägypten (Diss. Mainz/T. Pommerening)

Sonja SPECK, Ursprünge und Entwicklung altägyptischer Körperkonzepte in prä- und frühdynastischer anthropomorpher Plastik (Diss. Mainz/T. Pommerening)